7 vs. Wild Staffel 6: Hinter den Kulissen als Survival & Safety Consultant

Von Dominik Knausenberger

Für die 6. Staffel von 7 vs. Wild ging es für mich an einen der extremsten Orte, an denen ich bisher für eine TV-Produktion gearbeitet habe. Knapp drei Wochen war ich als Survival & Safety Consultant in der Sierra El Diablo im Einsatz.

Meine Aufgabe fand größtenteils dort statt, wo die Zuschauer später kaum etwas davon mitbekommen: hinter den Kulissen. Gemeinsam mit meinem Team war ich dafür verantwortlich, die Survival-Tauglichkeit der Locations zu beurteilen, Sicherheitsstrukturen aufzubauen, Rettungskräfte zu koordinieren und im Ernstfall dafür zu sorgen, dass Teilnehmer sicher aus dem Gelände geholt werden können.

Und dieses Gelände hatte es in sich.

7vs.Wild Staffel 6 Sierra El Diablo hat es in sich. Die Region ist gnadenlos.
Für die Plätze von 7vs.Wild mussten wir sehr viele Spots auf ihre Tauglichkeit testen.

7 vs. Wild in der Sierra El Diablo

Temperaturen um 40 Grad Celsius, stechende Kakteen und ein Untergrund aus teilweise rasiermesserscharfen Steinen machten bereits die normale Fortbewegung zu einer Herausforderung.

Das Gelände der Sierra El Diablo ist trocken, schroff und teilweise nur schwer zugänglich. Wasser findet man dort nicht einfach an einem Bach oder See. An einigen Stellen befindet es sich unterirdisch in Höhlen.

Dazu kommen Skorpione, Taranteln und große Leguane.

Für ein Survival-Format sind solche Bedingungen spannend. Für diejenigen, die im Hintergrund für die Sicherheit verantwortlich sind, bedeuten sie vor allem eines: Jede Entscheidung muss auch unter dem Gesichtspunkt getroffen werden, wie man einen Menschen im Notfall aus diesem Gelände wieder herausbekommt.

Meine Aufgabe als Survival & Safety Consultant bei 7 vs. Wild

Meine Arbeit begann deshalb lange bevor die Teilnehmer an ihren Spots auf sich allein gestellt waren.

Gemeinsam mit meinen Kollegen und dem lokalen Militär mussten wir eine funktionierende Sicherheits- und Rettungskette für die Produktion aufbauen.

Dazu gehörten unter anderem die Koordination des lokalen Militärs, die Abstimmung mit Rettungskräften und Rettungsteams sowie die Planung möglicher Evakuierungen aus schwer zugänglichem Gelände.

Vor Ort errichteten wir dafür eine Kommandozentrale.

Doch selbst unsere eigene Infrastruktur wurde von den Bedingungen auf die Probe gestellt. In der Kommandozentrale entwickelte sich eine solche Hitze, dass dort zeitweise kaum gearbeitet werden konnte. Auch technische Geräte kamen aufgrund der Temperaturen an ihre Grenzen.

Das zeigte ziemlich eindrucksvoll, dass bei einem solchen Projekt nicht nur die Teilnehmer mit der Umgebung kämpfen.

Die Kommandozentrale bei 7vs.Wild Staffel 6 bei 40°C Hitze mitten in der Wüste.
Auf dem Weg durch die Wüste mussten wir uns bei 7vs.Wild Staffel durch die dichte Kakteen Landschaft kämpfen.

Wie survival-tauglich ist ein Spot wirklich?

Ein weiterer Teil meiner Aufgabe war die Beurteilung der vorgesehenen Survival-Spots.

Dabei reicht es nicht, dass eine Location spektakulär aussieht.

Ich musste beurteilen, ob und wie ein Mensch dort tatsächlich überleben kann: Welche Ressourcen sind vorhanden? Gibt es Möglichkeiten, Schutz zu finden? Wie sieht die Wasserversorgung aus? Welche Gefahren entstehen durch Gelände, Klima oder Vegetation? Und wie können wir einen Teilnehmer erreichen, wenn etwas passiert?

Hier konnte ich stark auf meine Erfahrungen aus zahlreichen Survival Trainings, Wildnisführungen und Expeditionen zurückgreifen.

Eine Survival-Location muss nicht komfortabel sein – ganz im Gegenteil. Aber zwischen einer extrem anspruchsvollen Situation und einem unkalkulierbaren Risiko besteht ein entscheidender Unterschied.

Survival-Briefing gemeinsam mit Ed Stafford

Bevor es für die Teilnehmer ernst wurde, gehörte auch deren Vorbereitung zu meinen Aufgaben.

Das Survival-Briefing der Teilnehmer führte ich gemeinsam mit Ed Stafford durch.

Dabei ging es darum, die Teilnehmer auf die Bedingungen vorzubereiten und ihnen wichtige Informationen für ihre Zeit draußen mitzugeben.

Was sie anschließend tatsächlich erlebt haben, darf ich an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten.

Nur so viel: Die Sierra El Diablo hat ihre eigenen Regeln.

Ed Stafford ist bei der 6. Staffel von 7vs.Wild als Host tätig und motiviert die Teilnehmer.
Bei der Produktion von 7vs.Wild Staffel 6 konnten wir die Teilnehmer teilweise nur mit dem Helikopter erreichen.

Eine Woche Überwachung rund um die Uhr

Während der eigentlichen Survival-Phase änderte sich meine Aufgabe erneut.

Eine Woche lang überwachten wir mit unserem Team die Teilnehmer rund um die Uhr. Die Herausforderung bestand darin, jederzeit reagieren zu können, gleichzeitig aber nicht in das eigentliche Survival-Erlebnis einzugreifen.

Wenn ein Teilnehmer ausstieg und abgeholt werden musste, ging es los.

Gemeinsam mit dem Kamerateam machten wir uns auf den Weg in das Gelände, um die Person sicher herauszuholen und gleichzeitig die Situation für die Produktion zu dokumentieren.

Je nach Situation erfolgten solche Einsätze auch mit dem Helikopter.

Wenn das Rettungsteam selbst an seine Grenzen kommt

Wie extrem die Bedingungen waren, zeigte sich nicht nur bei den Teilnehmern.

Auch für die Rettungskräfte bedeuteten Hitze, scharfkantiger Untergrund, Kakteen und schwer zugängliches Gelände eine enorme körperliche Belastung.

Bei unseren Einsätzen nahm ich bewusst große Mengen zusätzliches Wasser mit, damit im Zweifel auch andere Teammitglieder versorgt werden konnten.

Bei einer Abholung wurde die Situation trotzdem kritisch.

Solche Situationen zeigen, warum bei einer Survival-Produktion eine funktionierende Rettungskette so entscheidend ist. Wer für Sicherheit verantwortlich ist, muss nicht nur wissen, wie eine Rettung theoretisch funktioniert. Man muss auch berücksichtigen, was Hitze, Gelände, Entfernung und körperliche Belastung mit den eigenen Rettungskräften machen.

Um zu den Teilnehmern zu gelangen mussten wir durch dichtes Kakteengestrüpp und stinkende Sümpfe.
Dominik Knausenberger ist als Survival und Sicherheitsberater für 7vs.Wild tätig und prüft alles persönlich auf Sicherheit.

Survival bedeutet vor allem, die richtigen Entscheidungen zu treffen

Meine Arbeit bei 7 vs. Wild war deshalb weit mehr als klassische Survival-Technik.

Natürlich spielen Wasser, Feuer, Shelter, Orientierung und Nahrung eine Rolle. Aber in einer realen Situation geht es vor allem darum, Gefahren richtig einzuschätzen, Prioritäten zu setzen, Ressourcen sinnvoll einzusetzen und Entscheidungen zu treffen, bevor aus einem Problem ein Notfall wird.

Genau diese Erfahrungen nehme ich auch aus meinen Expeditionen und Produktionen mit.

Sie fließen direkt in die Arbeit bei LEBE DIE WILDNIS ein – in unsere Survival Trainings, unsere Ausbildungen und auch in mein Buch „Survival Skills – Das große Outdoor Handbuch“.

Wer selbst lernen möchte, wie Survival unter realistischen Bedingungen funktioniert, findet hier unsere Survival Kurse und Survival Trainings in Deutschland.

Was bei 7vs.Wild Staffel 6 passiert ist …

… darf ich noch nicht erzählen.

Was die Teilnehmer draußen erlebt haben, welche Situationen uns hinter den Kulissen beschäftigt haben und wer am Ende das Preisgeld gewonnen hat, bleibt bis zur Ausstrahlung natürlich geheim.

Aber nachdem ich die Staffel sowohl bei der Vorbereitung als auch hinter den Kulissen während der Survival-Phase erlebt habe, kann ich eines sagen:

Es war extrem spannend.

Und sobald die entsprechenden Folgen veröffentlicht sind und ich mehr erzählen darf, werde ich hier weitere Einblicke hinter die Kulissen von 7 vs. Wild Staffel 6 geben.